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Zinssenkung weckt neue Ängste

Veröffentlicht am November 21, 2013 von Beat Fehr in Meinung

Zinssenkung weckt neue Ängste

Noch vor kurzem hat die Erwartung einer Zinswende den Preisauftrieb an den Immobilienmärkten gebremst. Diese Sorge ist vorerst vom Tisch. Jetzt warnt selbst der SNB-Präsident vor einem neuen Preisschub.

 Der gestrige Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) erhöht das Risiko einer weiteren Blasenbildung an den Schweizer Immobilienmärkten. Der Grund dafür ist die Erwartung, dass die Zinsen auch in der Schweiz deutlich länger als bisher gedacht auf einem Tief verharren. Das könnte die Nachfrage nach Immobilien in der Schweiz erneut anheizen.
Diese Gefahr hat am Freitagmorgen auch Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), betont: «Wir haben weiterhin ein Umfeld, das die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt in eine Richtung begünstigt, wo es eben Blasen geben kann», erklärte er.

Die Entscheidung der EZB hat den Unterschied der Leitzinsen in der Eurozone und jenem in der Schweiz weiter reduziert. Die Schweizerische Nationalbank hat für ihren ein Zielband von 0 bis 0,25 Prozent festgelegt, tatsächlich notiert er bei 0,02 Prozent, jener der EZB neu bei 0,25 Prozent (zuvor bei 0,5 Prozent). Damit hat sich die Zinsdifferenz auf ein Viertelprozent halbiert.

Die Zinswende ist vorerst abgesagt
Angesichts eines Leitzinses von 0 Prozent ist eine weitere Zinssenkung der SNB ausgeschlossen. Doch wegen des verringerten Zinsunterschieds ist klar, dass die Nationalbank noch länger als bisher gedacht an den Tiefstzinsen festhalten muss, wenn sie keine unerwünschte Aufwertung des Frankens in Kauf nehmen will. Aus dem gleichen Grund kommt auch eine Aufhebung der Untergrenze von 1.20 Franken pro Euro nicht so bald infrage.
Noch im Frühsommer hat eine ganz andere Situation vorgeherrscht. Die Ankündigung der US-Notenbank, ihre Anleihenkäufe im Umfang von 85 Milliarden Dollar pro Monat demnächst auslaufen zu lassen, hat weltweit die Erwartung einer Zinswende genährt. Im September hat aber selbst die US-Notenbank wieder Gegensteuer gegeben und das Auslaufen der 85-Milliarden-Geldspritzen auf unbestimmte Zeit vertagt.
Die Erwartung der Zinswende zuvor hat in der Schweiz dazu beigetragen, die Lage an den Immobilienmärkten zu entspannen und den Preisanstieg zu bremsen. Wie Adrian Wenger, Hypothekarberater von VZ Vermögenszentrum, beobachtet, seien die Leute vorsichtiger geworden, und deutlich weniger seien an einem Immobilienkauf interessiert als noch wenige Monate zuvor: «Es ist nicht mehr jeder Preis durchsetzbar», sagt er. Während Kaufinteressenten früher sofort eine Reservation vornehmen und eine Anzahlung leisten mussten, hätten sie mittlerweile sehr lange Zeit, um sich zu entscheiden.
«Die Vorsicht könnte wieder abnehmen»
Aber auch Wenger macht klar, dass sich das rasch wieder ändern könne: «Wenn die Leute die Möglichkeiten der Zukunft neu interpretieren, dann kann der Druck an den Märkten wieder steigen.» Die Erwartung, dass für längere Zeit keine Abkehr von den Tiefstzinsen erfolgen wird, wäre eine solche Neuinterpretation der Lage. «Viele werden sich sagen, dann schlage ich jetzt doch auch noch zu und kaufe eine Immobilie», sagt er.
Von einem anhaltenden durchschnittlichen Preisanstieg im Immobilienbereich geht auch Matthias Holzhey aus. Der UBS-Ökonom ist Mitverfasser des Berichts über den Immobilienblasenindex der Grossbank. Immerhin hält er diese Gefahr momentan dort für geringer, wo schon sehr hohe Preise bezahlt wurden. Auch er sieht das grösste Risiko durch den EZB-Zinsentscheid in geänderten Erwartungen: «Die Vorsicht könnte wieder abnehmen.»
In der Pressemitteilung zum jüngsten Blasenindex schreiben die UBS-Ökonomen: «Beim aktuell hohen Bewertungsniveau bedarf es wenig, um die Gefahr einer Immobilienblase wieder akut werden zu lassen.»
Die Zinssenkung der EZB hat aber nicht nur das Potenzial, für eine erneute Anspannung an den Immobilienmärkten zu sorgen, sie kann auch weitere regulatorische Gegenmassnahmen provozieren. Am Freitagmorgen hat SNB-Präsident Thomas Jordan bereits angekündigt, weitere Massnahmen zu prüfen.

Über sogenannte mikroprudenzielle Massnahmen kann die Politik auf die Entwicklung an den Märkten Einfluss nehmen. So müssen die Banken Hypothekendarlehen mit mehr Eigenkapital unterlegen. Auch für die Immobilieninteressenten wurden die Zügel angezogen. Neu müssen sie zehn Prozent «echte» eigene Mittel einbringen. Pensionskassengelder reichen nicht mehr. «Die bisherigen hätten auf jeden Fall zu der Entspannung an den Immobilienmärkten beigetragen», sagt der Immobilienberater vom VZ und ist überzeugt, dass die Nationalbank als Urheberin von solchen Regulierungen bereits weitere Massnahmen im Köcher hat.

http://www.bernerzeitung.ch/wirtschaft/konjunktur/Die-Zinssenkung-weckt-neue-Aengste-vor-einer-Immobilienblase/story/25818042

Text aus den News von SMK

Unsere Meinung ist: Auch, wenn die Zinsen nicht steigen resp. eher wieder etwas nachlassen, werden die Preise nicht steigen. Wir sehen gerade die bestehenden Objekte haben ihren Preiszenit erreicht. Die Käufer werden wieder etwas wählerischer.

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