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Abwärtstrend bei Schweizer Immobilien vorerst gebremst

Veröffentlicht am Juli 28, 2015 von Beat Fehr in Allgemein, Immobilien, Meinung

Schweizer Immobilien

Abwärtstrend für Schweizer Immobilien vorerst gebremst | 23. Juli 2015

Übersetzung: Chief Investment Office WM Maciej Skoczek, economist, maciej.skoczek@ubs.com

• Im 2. Quartal 2015 sind die Angebotspreise für Eigentumswohnungen um 1,6 Prozent und für Einfamilienhäuser um 2,2 Prozent   gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

• Wir erwarten, dass die jährlichen Wachstumsraten der Eigenheimpreise dieses Jahr ins Negative drehen werden.

• Die Tragbarkeit bei Eigenheimkäufen hat sich weiter verschlechtert. Am Genfersee benötigt ein Durchschnittshaushalt etwa 9,5 Jahreseinkommen zum Kauf eines Medianobjekts.

Die Angebotspreise für Schweizer Immobilien sind im 2. Quartal 2015 erneut gestiegen. Die Eigentumswohnungen verteuerten sich um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und die Einfamilienhäuser um 2,2 Prozent. Diese Zahlen liegen zwar deutlich unter den Wachstumsraten der Jahre 2009 bis 2013 von durchschnittlich 4,7 Prozent, doch der in den letzten Quartalen beobachtete Abwärtstrend scheint vorerst gebremst. Aufgrund der anhaltend hohen Zuwanderung und der Perspektive negativer Kurzfristzinsen bis Ende 2016 haben sich die Wachstumsraten im ersten Halbjahr 2015 bei etwa 2 Prozent eingependelt. Wir erwarten, dass die jährlichen Preiswachstumsraten im Laufe des Jahres aber ins Negative drehen werden. Die Tragbarkeit eines Eigenheims ist für einen Grossteil der potenziellen Käufer vielerorts nicht mehr gegeben, so dass kaum mehr Spielraum für weitere Preissteigerungen besteht.

Sinkende Tragbarkeit Schweizer Immobilien

Seit 2008 hat sich die Tragbarkeit deutlich verschlechtert. Während die Eigenheimpreise knapp 30 Prozent anstiegen, blieben die Einkommen fast unverändert. So muss aktuell in der Region Genfersee ein Durchschnittshaushalt knapp zehn Jahreseinkommen für ein Medianobjekt ausgeben. Ein Eigenheimkauf ist unter Einhaltung der Kreditvergabevorschriften (die jährlichen kalkulatorischen Kosten dürfen maximal einen Drittel des Jahreseinkommens betragen) für einen Grossteil der Haushalte nicht tragbar.

Die regionalen Unterschiede des Verhältnisses von Preisen zu Einkommen zeigen sich in der Preisentwicklung. In der Genferseeregion korrigierten die Preise im 2. Quartal 2015 um knapp 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der Region Zürich, wo ein durchschnittliches Objekt etwa acht Jahresbruttoeinkommen kostet, lag die Preiswachstumsrate hingegen noch im grünen Bereich. In der Ostschweiz – der Region mit der besten Tragbarkeit – stiegen die Preise mit mehr als 5 Prozent auch am stärksten an.